Das informative und praxisorientierte Programm hat begeistert.

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Debüt beim Frühjahrs Seminar in Nürnberg

Neu gewählte und bewährte Mitglieder des Vorstands empfahlen sich als kompetente Organisatoren und Seminarleiter. In Eigenleistung, gestalteten die Vorstandsmitglieder ein informatives und abwechslungsreiches Wochenendprogramm für die Mitglieder.

Schatzmeisterin Heike Chalkidis, hatte im Vorfeld alles perfekt durchorganisiert, so dass es beim Seminar “Check In“ zügig voran ging. Beisitzerin Silvia Bernhagen unterstützte sie während der „Heißen Phase“, sodass die 1. Vorsitzende, Angelika Siebert, mit ihrer Begrüßung den Seminartag pünktlich eröffnen konnte.

Allen voran, hatte sich Jean Beets gleich für 2 Seminareinheiten dem BVdG e.V. zur Verfügung gestellt. In seiner Einführung am Samstag, ging er auf die wichtigen Punkte einer perfekten Fell Vorbereitung ein und unterstrich deren Bedeutung für eine fachgerechte Bearbeitung.

Programm am Samstagmorgen waren die Basislinien von Pudel, Bichon und American Cocker.

An seiner erst eineinhalb jährigen braunen Pudel Hündin zeigte Jean alles, was es beim Schneiden eines Pudels zu beachten gibt. Wie beurteilt man, auf welche Felllänge das vorhandene Fell eingekürzte werden kann? Wo setzt man den Fächerschnitt für die Taille an? Wie wird die Rückseite der Hinterbeine symetrisch und wie ist die Scherenführung am Sprunggelenk? Die richtige Haarlänge und Form der Jacke und die Position und Körperhaltung des Groomers beim Schneiden der Vorderbeine, waren ebenso Thema wie das gekonnte kreieren des Halsbogens, ohne Entstehen eines „Irokesen Look“. Auch für eine auseinander fallende Krone hatte Jean das passende Rezept parat. Es wird schon beim Waschen des Kopfes mit der Wahl eines passenden Shampoos, das der Krone mehr Stand und Volumen verleiht, vorgearbeitet. Ergänzt mit dem richtigen Schnitt beim „Finishing“ kann man mehr, als nur ein akzeptables Ergebnis, erzielen. Das Zusammenbringen der Körperlinien, sowie das Betonen des Oberarms und das platzieren der Vorderbeine unter dem Körper, das dezente Anpassen der Ohrenlänge und das modellieren der Rute, ließen ein harmonisch elegantes Pudel Profil ohne Übertreibungen entstehen.

Entgegen den geschwungenen Linien beim Pudel ist das Profil des Bichon gekennzeichnet durch gerade Linien. Ohne Taille zeigt der Körper durchgehende parallele Linien. Der Fuß ist nicht zu sehen und geht ohne Unterbrechung ins Bein über. Die Rute bleibt naturbelassen, es wird am Ansatz

Kein Haar weggeschnitten. Das Markenzeichen des Bichon ist sein markanter Kopf. Die antiquierte Glockenform ist „out“! Heute schneidet man den Bichon Kopf rund und gibt ihm einen frechen Gesichtsausdruck. Dazu zeigte Jean, wie man die kleinen dunklen Augen betont und so den Blick auf die Augen freigibt. Was tun, wenn die Ohren etwas zu groß geraten sind oder abstehen? Mit der gebogenen Schere (geht nicht mit versetzter Schere!), die in alle Richtungen benutzt werden kann, wird die Nackenlinie und ein schöner Übergang von der Halsseite hinter die Ohren herausgearbeitet. Abschließend sind nur noch Spitzen zu korrigieren, die aus dem hängenden Bart rausstehen.

Beim gezeigten American Cocker, handelte sich um ein Tier, dessen Fell noch in Ausstellungskondition war. Das nahm Jean zu Anlass, über die aufwendige Fellpflege der Spaniel und Setter, auch wenn sie im „Pet Trim“ gehalten werden, zu informieren. Für Ausstellungen und Schermeisterschaften wird dem Cocker viel Fell an Körper und Beinen belassen, somit ist baden in zwei wöchigem Rhythmus notwendig. Direkt vor der Ausstellung Schermeisterschaft wird das Fell mit einer Spülung schwer gemacht, damit es glatt fällt. Nach der Meisterschaft wird das Fell mit der Erhaltungspflege weich gehalten. Dabei wird zwischendrin auch mit Pflege Öl gearbeitet. Besondere Sorgfalt ist beim Bearbeiten des Rückenhaars anzuwenden. Das Haar soll kurz und glatt sein und wird deshalb ohne Trimm Messer nur mit der Hand oder einem Trimmstein heraus getrimmt. So wird verhindert, dass die Haare geschnitten werden, sie würden dann gekringelte Haare nachwachsen. Beim Zusammentreffen vom kurzen Rückenhaar zum langen Körperhaar, am breitesten Punkt des Körpers, sorgt die doppelte Effilierschere für einen unsichtbaren Übergang. Das effilieren schafft ebenfalls schöne Übergänge am Hals und Kopf. Die Ohrenansätze für „Pet Trim“ können geschoren werden, für Ausstellungshunde ist auch hier das Trimmen Pflicht.

Nach dem interaktiven Seminar von Tierfilmtrainer Dirk Lenzen war Fingerfertigkeit und Kreativität gefragt. Wie mit selbstgemachten Schleifen die Hunde der Kunden zu bestimmten Anlässen geschmückt und herausgeputzt werden können, dazu gaben Angelika Siebert und Silvia Bernhagen die Anleitung. Sie hatten reichlich Material mitgebracht und vorbereitet, sodass die Seminarteilnehmer, ihrem persönlichen Geschmack entsprechend, Bänder, Perlen etc. kombinieren konnten. Bei der Fertigung gingen sie ihren Kolleginnen zur Hand, und mit ein bisschen Geschick war die erste schicke Schleife schon am Hund. Stolz trugen die vierbeinigen Begleiter ihren Haarschmuck auf unserem Weg zum gemeinsamen Abendessen in die Nürnberger Innenstadt und zogen die Blicke staunender Passanten auf sich.

Beim „Barfüßer“ stärkten sich alle für den Rückweg durch den Park. Es wurde kräftig Gefachsimpelt und das Fazit einer Erst Teilnehmerin am Ende des ersten Seminar Tages:

„Warum habe ich nicht schon die letzten 9 Jahre an den Seminaren teilgenommen?“

Ein fotografischer Einblick in unser Frühjahrseminar 2015